Josef - eine Traumkarriere (1994)

O Gott (1995)

Josef - eine Traumkarriere (1994)

Pressemeinungen


Neu-Ulmer Zeitung, 26.10.1994

Josef - Musical im Landkreis

Der Dekanats-Jugendchor Neu - Ulm bringt an sechs verschiedenen Orten das Muscial "Josef, eine Traumkarriere" von Johannes Nitsch zur Aufführung. Nitsch vetonte die Josef-Geschichte des Alten Testaments, die von Thorsten Theubl und Marina Kohlenberger inszeniert wird. Die Gesamtleitung über die 40 Sänger, Band, Solisten und Statisten liegt bei Roland Eppelt(Offenhausen). Erstaufführung ist Freitag, 28. Oktober, um 19 Uhr in St. Albert, Offenhausen. Weitere Terimin sind in Holzheim (St. Peter und Paul, Sonntag 30. Oktober, 19 Uhr), Illertissen (St. Martin, Montag, 19 Uhr), sowie im November in Senden(St. Josef, Donnerstag, 3. November), Weißenhorn (Claretiner-Kolleg, Freitag, 4. November, 19 Uhr) und zum Abschluß am 6. November in St. Johann Baptist Neu - Ulm (20 Uhr).


Neu-Ulmer Zeitung

Dekanats-Jugendchor führt chrsitliche Musical auf

Neu-Ulm "Josef - eine Traumkarriere" nennt sich das Musical, das der Dekanats-Jugendchor in den Herbstferien aufführt. Der Chor, der sich aus den Jugendchören des katholischen Dekanats Neu-Ulm zusammensetzt, findet sich alljährlich zusammen, um ein größeres Werk aufzuführen. Neben den rund 40 Sängern unterstützen eine Band, Solisten, Backstage und Einlaß das gesamte Projekt. Insgesamt sind es etwa 60 Jugendliche, die an der Aufführunge beteiligt sind. Das Musical von Johannes Nitsch (Musik) und Jürgen Werth (Text) handelt von der Josef-Geschichte im Alten Testament: Josef wird von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft, wo er als Traumdeuter eine steile Karriere macht und des Pharaos Träume deutet. Regie führen Thorsten Theubl (Hamburg) und Martina Kohlenberger (Ludwigsfeld), die Gesamtleitung liegt bei Roland Eppelt (Offenhausen). Das Musical wird an folgenden Terminen aufgeführt: Freitag, 28. Oktober, 19 Uhr, St. Albert, Offenhausen; Sonntag, 30. Oktober, 19 Uhr, St. Peter und Paul, Holzheim; Montag, 31. Oktober, 19 Uhr, St. Martin, Illertissen; Donnerstag, 3. November, 19 Uhr, St. Josef, Senden; Freitag, 4. November, 19 Uhr, Clarentiener-Kolleg, Weißenhorn und am Sonntag, 6. November, 20 Uhr, St. Johann-Baptist, Neu-Ulm.


Südwestpresse

Josef als zorniger junger Mann

Der Dekanatsjugendchor Neu-Ulm hat ein Musical einstudiert

Wer auf Gott vertraut, hat nicht auf Sand gebaut. So steht es in der Bible. Gott wird als Fels imaginiert, als unverrückbar und dauerhaft, wärend alles Hiesige der Vergänglichkeit anheimgegeben ist. Ähnliches lehrte schon die Theole des Mittelalters in aller Nachdrücklichkeit: vom Jammertal des Diesseits konnte nur ein besseres Jenseits befreien. Geprägt vom Dreißigjährigen Krieg, suchte später die Religiosität des Barock nach einer rationalen Erklärung für die Hölle des Daseins, wobei erste Zweifel an der Allmacht. Güte und Gerechtigkeit Gottes aufflackerten. "Wo ist Gott? Wird er einen neuen Anfang schaffen? Hat er uns für immer verstoßen?" Dise Fragen prägten auch das Programm, das der Dekanatsjugendchor Neu-Ulm einstudiert und nun schon in mehreren Kirchen des Landkreises aufgeführt hat: eine Vertonung der Asaf-Psalmen und des Musicals "Josef - eine Traumkarriere". Hier wie dort geht es um das Vertrauen in einen Gott, der sich snbar entfernt hat. Und hier wie dort münden alle Zweifel in die festliche Glaubensgewißheit vom Dasein Gottes und die Rettung durch seine Macht. Hierbei nimmt der erste Teil der Multi-Media-Show geradezu kämpferische Züge an: Nach der Anrufung Gottes, die der Chor auch gestisch durch zum Himmel gereckte Hände inszeniert, während im Hintergrund ein Lichtbild unseres blauen Planeten auftaucht, wird ein Untergangszenario entworfen: "Wir sind überfördert", singt der Chor mit geballten Fäusten, "wir brauchen Deine Macht". Dias, wie beispielsweise vom roten Feuerball eines Atompiles, sollen die alten Psalmen von der Geschichte des Volkes Israel mit unserer Zeit verknüpfen. Gott stürzt die weltlichen Machthaber, heißt es, "ein Wort von ihm zerbricht die stärksten Waffen. Der Rhytmus der Lieder ist rockig, die Melodik suggestiv: eine vom Gestus des Protests geprägte Musik.

Gefühle sind wichtig

Das persönliche Engagement der jungen Sängerinnen und Sänger, die sich unter der Leitung von Roland Eppelt zusammengefunden haben, ist außergewöhlich. Sogar die Gebärdensprache der Taubstummen, das Zeichen für Gott, wird auf der Bühne mit eingebaut: Keinem soll die Botschaft verborgen bleiben, die hier im Geschmack der Jugendlichen ausgedrückt wird. Symbolträchtig verdrängt der rhythmisierte Gesang im vierten Teil einen alten Coral. Die Begeisterung bei den Zuschauern ist groß. Man will Unmittelbarkeit, man will Gefühle. Am Ende des Musicals über Josef, den Traumdeuter, werden sogar Feuerzeuge entzündet, ergriffen fassen sich die jungen Leute an den Händen. In diesen Augenblicken hat Josefs Gottvertrauen und seine Kraft zur Versöhnung auch sie berührt: Alle Menschen werden Brüder.
Josef, derch schon immer nach einem anderen Leben gesehnt hatte, prophezeit nach seiner Verstoßung, daß auf sieben fette Jahre sieben magere folgen werden. Er rettet dadurch die Ägypter und zuletzt auch die eigenen Angehörigen vor dem Verhungern. Regisseur Thorsten Theubl hat diese Geschichte jugendgerecht inszeniert, zuweilen mit etwas abgegriffenen Bildern, etwa wenn die BSen Brüder stets als Dunkelmänner mit Trenchcoat und Sonnenbrille auftauchen. Martin Daiber gibt den Josef zunächst als "angry young man", abermals in der kämpferischen Haltung des Rocksängers, dem Martina Kohlenberger und Andrea Hesz als mädchenhafter Gegenpol zugeordnet sind.
Gesungen wird allemal aus tiefstem Herzen. Das musikalsiche Konzept von Johannes Nitsch ist hier klarer und überzeugender als in den Beiträgen des ersten Teils. Die insgesamt 60 Jugendlichen, 40 Sängerinnen und Sänger, dazu Band und Bühnenhelfer, rannten bei ihrem Publikum offene Türen ein.
Die Produktion ist noch einmal heute abend um 20 Uhr in St. Johann Baptist in Neu-Ulm, zu sehen.
Ralf Busse


Neu - Ulmer Zeitung

Alttestamentarische in poppigem Klang

Der Dekanatsjugendchor singt das Musical "Josef, eine Traumkarriere"

von unserem Mitarbeiter Otto Mittelbach

Die Offenhauser Pfarrkirche St. Alber war zur Premiere nur mäßig besetzt, aber die vorwiegend jugendlichen Zuhörer zeigten sich beeindruckt vom Leistungswillendes aus den fünf Jugendchören der Pfarreien Holzheim, Neu - Ulm, Senden, Offenhausen und Gerlenhofen gebildeten Dekanatsjugendchores. Die etwa 60 Mitwirkenden, der technische Apparat eingeschlossen, hatten mit enoremem Aufwand und einer Menge geglückter Ideen Johannes Nitschs Musical "Josef, eine Traumkarriere" einstudiert und in bemerkenswerter Geschlossenheit szenisch realisiert.
Die textliche Aufarbeitung des alttestamenttarischen Stoffes aus dem ersten Buch Mose, gen. 37-45 von Josef und seinen Brüdern, stammte von Christoph Zehendner. Die umfangreiche Geschichte reduzierte er auf 15 Musiknummern, die Handlung selbst übertrug er auf wenige Akteure, überließ dafür dem Chor wichtige Funktionen. Der zeigte sich unter Roland Eppelts Leitung begeisterungsfähig und spielfreudig. Da in den Gotteshäsern (in sechs Kirchen galangt das Musical zur Aufführung) ohne Bühnenhintergrund gespielt wird, bildeten die Sängerinnen und Sänger, einheitlich dunkel gekleidet, teils den statuarischen Rahmen oder agierten bewegt, wobei dei Gebärdensprache vorwiegend der der Gehörlosen entlehnt war. Außerdem sangen sie, in offensichtlich intensiver Probenarbeit top vorbereitet, die Fülle von Texten der rhythmischen Lieder gewandt und schlackenlos, gelegentlich sogar so perfekt, daß in der raschen Wiedergabe die Textverständlichkeit litt.
Bei den Solopartien stachen Martina Kohlenberger durch empfundenes Singen deutlisch heraus. Neben ihr in der Rolle der Pua gefilen Andrea Hesz als Schifra und Heidi Spicka als Frau des Potiphar vor allem darstellerisch. Auf die Figur des Pharao hatte der Autor verzichtet, was die Handlung ein wenig beeinträchtigte. Der Spielwille der Dekanatsjugend-Angehörigen setzte sich jedoch über dieses Manko hinweg. Martin Daiber in der Hauptrolle spielte in der Art eines Poppigen Udo Jürgens gelegentlich etwas aggressiv, was auch im Stimmlichen zum Ausdruck kam. Zudem fehlte ihm noch einige Praxis vei der Mikrophon-Handhabung. Deshalb war er - leider - teilweise kaum zu verstehen.

Band als Orchester

Sehr schön hatte die REgie den Auftritt der Brüder Josefs - Christer Ellinger, Thomas Eppelt, Alexander Pelz und Franz Sailer - vor dem ägyptischen Verwalter arrangiert, und ihr Gesang zählte mit zu den Höhepunkten der Aufführung. Auch Kinder - Alexander Bauer, Michael und Stefan Bidell sowie Sebastian Steinhilber als Söhne und Franziska Deffner als Tochter - konnten sich wirkungsvoll in Szene setzen. Eine Band als Orchester, mit Jochen Eichners improvisationsverliebter Begleitung am Flügl, Josef Golder E-Gitarre - effektvoll bis hin zum quasi - Saxophon - Sound eingesetzt - Massimo Wiest (E-Bass) und Markus Heckmann (Schlagzeug) begleitete routiniert und zündend. An einzelnen Stellen, namentlich bei den gesprochenen Texten, wäre eine dynamische Rücknahme zur Hintergrundmusik vorteilhaft gewesen.

Die vorzügliche Regiearbeit von Thorsten Teubl und Martina Kohlenberger unterstützten Wolfgang Greibl (Ton) und Jürgen Leibl und Michael Glaser (Lichtregie) gewandt. Roland Eppelt, der außer der musikalischen Leitung auch noch die Gesamtorganisation übernommen hatte, ergänzte das nur etwas 45 Minuten dauerne Musical durch Voranstellung der Psalmen, die nicht von David, sondern von Asaf geschrieben worden waren. Auch für deren musikalische Aufarbeitung zeichnete das Autorenteam des Musicals verantwortlich. Und Chor und Solisten - wiederum, sehr intensiv im Ausdruck, Martin Daiber und Martina Kohlenberger - boten eine beeindruckende, ausgefeilte Wiedergabe der größtenteils einstimmig gesungener neuen Kirchenlieder. Etwas unvermittelt, aber wirdkungsvoll bearbeitet, war der Choral "nun danket alle Gott" einbezogen. Die als Zusatz gewählte Dia - Einblendung durch Ralf Lelewel sorgte beinahe schon für Reizüberflutung.

Weitere Aufführungen sind heute abend in Senden (St. Josef), am Freitag in Weißenhorn (Claretiner - Kolleg), jeweils 19 Uhr, sowie zum Abschluß Sonntag, 6. November um 20 Uhr in St. Johann Baptist Neu - Ulm.

Josef - eine Traumkarriere (1994)

O Gott (1995)

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